Wir können Köln – Kölle künne mer!

Kölsches Lexikon und Wörterbuch der kölschen Sprache

gut recherchiert & fundiert
Hier finden Sie unser Kölschlexikon mit einer Auswahl an kölschen Wörtern und Ausdrücken mit Herkunftshinweisen und zugehörige Erläuterungen sowie Übersetzungen kölscher und deutscher Wörter.

Einige Wörter werden im kölschen Sprachgebrauch nur noch selten genutzt, z. B. Luhstock oder Gick (auch Jick); damit sie nicht vergessen werden, stehen sie im Kölsch-Wörterbuch. Wir möchten damit ein wenig dazu beitragen, die Kultur der kölschen Sprache zu erhalten.

Lexikon und Sprachirrtümer

Dieses Kölsch-Lexikon ist eine lose Sammlung von Wörtern. Ich danke meinen Großeltern und vielen Menschen aus der gleichen Generation für inspirierende Gespräche und Anregungen. Außerdem möchten wir mit Sprachirrtümern aufräumen, gerade im Kölschen wird so manche Übersetzung als Sprachanekdote ersponnen, unter anderem Wörter wie: Klüngel, Fisematentchen, Muckefuck oder Fisternöll werden oft falsch interpretiert.

Schreibregeln und Aussprache

Wer kennt die Übersetzung von „Karmenat“ oder „Dürpel“ vom Kölschen ins Deutsche? Wie schreibt man auf Kölsch richtig? Die kölschen Schreibregeln richten sich weitestgehend nach den Regeln der „Akademie för uns kölsche Sproch“. Die Aussprache unterscheidet sich leicht von der Schreibweise, d.h. das „G“ wird besonders am Anfang fast immer als „J“ ausgesprochen. Übrigens gibt es die Unterscheidung zwischen Aussprache und Schreibweise auch im Hochdeutschen. Die kölschen Schreibweisen lassen aber viel Spielraum, Varianten zu. Die Wörterbücher können hier helfen, im Zweifelsfall kann auf jeden Fall auch phonetisch geschrieben werden.

Die Geschichte der kölschen Sprache

Der Sprachstamm von Kölsch ist fränkisch-ripuarisch bzw. altfränkisch. Bis zum 19. Jahrhundert wurde in Köln Altkölnisch gesprochen. Der hochdeutsche Einfluss begann bereits nach der französischen Besatzung und wurde dann seit Mitte der 1960er Jahre verstärkt spürbar, insbesondere da Kölsch von dieser Zeit bis fast bis in die 90er Jahre als Gossensprache verpönt war. „Sprich anständig“, hieß es damals, anständig war hochdeutsch.

Das in Köln und dem nahen Umland gesprochene Kölsch (Stadtkölsch und Landkölsch) ist heute eine mit hochdeutschen Wörtern abgemilderte Form der ursprünglichen kölschen Mundart, die bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts verbreitet gesprochen wurde.

Kölsch heute auch eine humoristische Grundhaltung

Erst nach der zweiten Jahrtausendwende erlebt Kölsch wieder ein größeres Interesse. Viele kölsche Bands und vor allem auch jüngere kölsche Musikgruppen singen hervorragend Kölsch und tragen damit dazu bei, dass die Sprache und die damit verbundene Kultur erhalten bleibt. Zum Sprechen brauchen Sie ein adäquates Gegenüber, daher hören wir Kölsch im Alltag eher seltener.

Die kölsche Sprache stiftet Identität und Gemeinschaftsgefühl, Getreu nach dem Karnevalsmotto 2019: „Uns Sproch es Heimat“. Im September feiern wir den „Daach der kölschen Sproch“. Wir sind stolz auf unsere Sprache. Kölsch ist auch mit einer humoristischen Grundhaltung verbunden.

Kölsch sprechen – Kölsch lesen – Kölsch schreiben

Kölsch wird am besten mit der Muttermilch aufgesogen, lässt sich aber auch von den Großeltern lernen. Auch verschiedene junge Musiker haben sehr gut Kölsch gelernt. Kölsch sprechen ist einfach, Kölsch lesen ist schwieriger und Kölsch schreiben ist nochmal eine Steigerung. Hier finden Sie eine kompetente Übersetzungshilfe vom Kölschen ins Deutsche. Kölsch–Deutsch Übersetzungen.

Kölsche Sprichwörter

„sich op französisch verdröcke“ = jemand geht ohne sich zu verabschieden. Zur Franzosenzeit „vergaßen“ diese häufig in Wirtshäusern zu bezahlen.

Viele Begriffe zur Kölschkultur (Getränk) finden Sie in unserem Bierlexikon.

Unser Kölsch-Lexikon

Filter

A

Äädäppelschlot
Kartoffelsalat
Aap, aape
Affe, äffen, täuschen
Ääzbischoff
Erzbischoff
(Erz- Altgr.) Führung oder Oberbischof, Titel in der katholischen Kirche e.g. Vorsitzender einer Erzdiözese. Daraus abgeleitet gab es in Köln auch einen einzigen Erzbürger: Ferdinand Franz Wallraf
Aki
Geschick, Schwung
ald
a) schon (ald ov ad)
b) alt (ald ov aal)
Aprel, „Em eeschte Aprel scheck mer ene Jeck, wo mer well“
April, „Am ersten April schickt man einen Jeck, wohin man will“
aläät
aufgeweckt, lebhaft, munter, flink aus frz. „elerte“ = flink

B

Baas
Boss, Chef, Leiter, Vorgesetzter
Babeljötche
Lockenwickler
Backes ov Backhuus
Bäckerei oder Backhaus
„lans Schmitz Backes sin“ = das Schlimmste hinter sich haben; urspr. „Staupenschlag“ = Unehrenhafte Körperstrafe für Verurteilte, diese wurde aus der Stadt geschlagen, vom „Schmitz Backes“ war es nur ein Katzensprung bis zur damaligen Stadtgrenze und damit in der Freiheit (vogelfrei). Herkunft von „Staupbesen“ oder „Stupe“ = Pfahl als Schlaginstrumente.
Baselümche
schäbiger Kittel, schäbiger Gehrock
beim
bei, beim, zum
bläck
nackt
„Bläck Föös“ = nackte Füße
Die erfolgreiche Band singt seit 1970 auf Kölsch
Blodwoosch ov Flönz
Blutwurst (geräuchert) oder Blutwurst (frisch) Blodwoosch ist geräucherte Blutwurst, Flönz im Rheinland meint die einfache frische Blutwurst, wird auch generell für Blutwurst verwendet (Details siehe Flönz)
Blaukopp pl. Blauköpp
a) Schimpfwort für einen Protestanten. Ehemalige preußische, evangelische Soldaten, hatten als Verwaltungsbeamte blaue Kopfbedeckungen.
b) gehärteter Nagel mit blau angelaufenem Kopf (e.g. zum Nageln von Dachpappe)
Blech
a) Blech
b) Gefängnis – von Bleche Botz: Der Blechschläger Hittorf und Maurermeister Botz bauten das Clarissen-Kloster in der Schildergasse im 18. Jahrhundert in ein Correktionshaus um.
Blötsch
Delle, Druckstelle; Blötschkopp = Dummkopf
Böckem ov Bückem
Bückling, heiß geräucherter Hering mit Kopf, oft kalt gegessen oder mit einem Ei gebraten
Boor un Kölsche Boor
Bauer, der „Kölsche Bauer“ als Karnevalsfigur erinnert an den Bauernstand im Mittelalter: „Hald fass am Rich, do Kölsche Boor, mag et falle, söß ov soor“. Halt fest am Reich, du Kölner Bauer, mag es kommen, süß oder sauer. Der Kölner Bauer steht für die Wehrhaftigkeit und Unsterblichkeit der freien Stadt Köln, Köln war Mitglied in der Reichsbauernschaft.
Botz
Hose
bovve(n)
oben
Britz
Bretterwand slawisch für Birke, Bühnenwand (hinger der Britz)
Brothering
Brathering, fischer (grüner) Hering. Übrig gebliebener Fisch wurde mit Zwiebeln in einer Salz-Essig-Gewürzlake eingelegt, später gebraten und mit Bratkartoffeln serviert siehe auch „Herring“
Büggel
Beutel, „aale Büggel“ (= alter Mann), „der Büggel bütze“ (= den Buckel runter rutschen)
Bützche ov Bützje
flüchtiges Küsschen auf die Wangen meist mit spitzen Lippen, Mitte des 19. Jahrhunderts war dies noch ein leichter Sittenverstoß

C

Courage ov Kurasch (aus frz.)
Mut, Beherztheit

D

Dachhas
Katze
Dätz
Kopf, aus dem franz. Tête
Deepegassekirmes ov Deepejassekirmes
Veedelsfest auf dem Mauritiuskirchplatz. Die Thieboldsgasse heißt heute noch im Volksmund Deepegass.
dinge (m), ding (f), di (n)
dein, deine, dein Beispill: dinge Schoh (m), ding Botz (f), die Hemb (n)
Dilledopp ov Dopp ov Dilledopp schmecke
Holzkreisel mit Metallspitze, „Dilledopp schmecke“ = den Kreisel antreiben
Der Kreisel wurde mit einer Peitsche (Kölsch: Schmeck) angetrieben
Der „Dopp“ ist heute noch eine Abteilung („Knubbel“) der „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.“
Ditzche, auch Ditzje
Säugling, kleines Kind; die Redensart: "Fastelovend e Witzje, November e Ditzje" verwendete meine Mutter gerne. Vergleiche auch "E Fastelovendsspillche gitt e Martinsbildche". Beides warnt vor Fehltritten im Karneval (im Februar), da man dann in noch verhütungsfreien Zeiten zu Sankt Martin (im November) mit einem Baby rechnen musste.
doll ov raderdoll
a) verrückt, bekloppt, blöde
b) übermütig
c) stark betrunken
Zustand nach dem Genuss von Dollbier (Bier mit schwarzem Bilsenkraut führte zu starken Rauschzuständen und wurde vom Rat verboten.
Dürpel
Türschwelle, Türpfahl
duselig
a) dumm
b) schlaftrunken
c) schwindelig
Düüvel ov Deuvel
Teufel

E

Eau de Cologne
Das Original "Farina" wurde damals 1709 von Johann Maria Farina in Köln kreiert. Der Gattungsbegriff ist auf Französisch, damals geläufig als Handelssprache. Später gab es 90 weitere Hersteller.
eine Jott un Pott
enge Verbindung, zusammen beten und aus einem Topf essen
Echte Fründe ston zesamme wie... singen die Höhner.
Et Kreppche
Alter volkstümlicher Name vom Hänneschen-Theater, das Stockpuppentheater ging ursprünglich auf das Krippenspiel zurück. Dies ist der beste Ort in Köln, um geballt die kölsche Sprache zu hören.
Explizier
Streit, Auseinandersetzung; explizeere = auseinandersetzen, streiten

F

fäädig
fertig
Fangieser
a) Fangeisen oder Tellereisen (Falle verboten)
b) Ehering (kölsche Umschreibung für Ehering)
Fastelovend ov Fasteleer
Fastenabend (Dienstag vor Aschermittwoch), Fastnacht
Fazung
a) Fassong, Form, Machart, Schnitt (e.g. Haarschnitt)
b) innerlich in Ordnung, zur Vernunft kommen
Fibel
Fibel, Schulbuch
Fickmüll
Fickmühle, Zwickmühle, Fangmühle (Doppelmühle beim Mühlespiel). Das Wort "Ficken" bedeutet Hin-und Herschieben.
fidel
treu, zuverlässig
Filou ov Filu (aus frz.)
Betrüger, Filou
fimpschig
empfindlich
Firke, Ferke
Ferkel
Fisematente
Ausflüchte oder unnütze Arbeit. Die Erklärung, dass französische Soldaten zu kölschen Mädchen gesagt haben sollen: "Visitez ma tente!" (i. e. "Besuchen Sie mein Zelt!") ist eine kölsche Mär. Der Ausdruck kommt aus dem lateinischen "visimetent" und meint Ausflüchte, Erfindungen oder unnützes Getue.
Fisternöll
a) Bastelei
b) heimliche Liebschaft, Affäre
Sprachanekdote: „fils à noël“ „Weihnachten einen Sohn“. Der Begriff kommt vom Wort „vistan“ und bedeutet basteln und „Nöll“ ist der kölsche Kurzname von Arnold.
Fitschbunne
Schneide-Bohnen (milchsäurevergoren), (Fitschmaschinche = Bohnenschneider), >> mit Milch, Zwiebeln, Kartoffeln
Flitsch
a) Steinschleuder oder Zwille
b) Mandoline, Ukulele (Hans Süper ein kölner Musiker und Komiker: „Mein Leben mit der Flitsch“)
Flönz ov Blodwoosch
Einfache frische Blutwurst, verbreiteter Name für Blutwurst im Rheinland von Bonn bis Düsseldorf. Bei frischer weiche Blutwurst (Flönz) ist der Speck nicht oxidiert, wie bei getrockneter Ware (Blutwurst) durch die Lagerung kann ranziger Geruch oder Geschmack entstehen.
Der Begriff Flönz ist als geographisch geschützte Angabe (ggA) geschützt. Seit 2015 gibt es auch den Flönz Pokal für die beste kölsche Flönz.
Flönz met Musik
Flönz mit rohen Zwiebeln (wirkt durchaus musikalisch)
fluppen
gelingen, klappen >> "Wann et fluppt, dann fluppt et, wenn et nit fluppt, dann fluppt et nit"
Fooderkaat
Speisekarte besonders im Brauhaus
Foß, plural: Föß ov Föös
Fuß, plural: Füße
jet aan de Föß han = vermögend sein (Bettkasten am Fuß)
fott ov foutu ov fotü >> siehe auch futü
weg, "wat fott es es fott"; status code: 410 (gone forever)
Fott
Gesäß
Föttchesföhler
lüsterner Popograbscher oder Mann mit haptischen Bedürfnissen, im heimischen Umfeld guter Eheindikator, international auch "weinsteinen"
Freesklötsch
a) Fressack, verfressener Mensch b) Johann Arnold Klütsch, ein kölner Original (1778-1845), hatte unheimliche Kräfte, Hunger und Durst, er schaffte es vom Rhingroller s.u. Tagelöhner zum Taxator der Stadt.
fringsen
Stehlen aus Not oder Mundraub (Briketts, Kartoffeln, Zwiebeln). Geht zurück auf die Silvesterpredigt, die der damalige Kardinal Josef Frings 1946 in Sankt Engelbert gehalten hat: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder Bitten, nicht erlangen kann.“
futü ov foutu
futsch, verloren, weg aus frz. foutu = zum Teufel!
Futzemann
Bürschchen (darf noch "futze" pupsen)

G

Gabbeck ov Jabbeck
Schnabel, Gaffmaul, Gaffer
Gaffel
a) zweizinkige Fleischgabel im Mittelalter, davon leitet sich das Gabelprivileg ab
b) politische Vereinigung der Handwerkszünfte im Mittelalter. In Köln gab es 22 Gaffeln, davon 3 Kaufmannsgaffeln, Die Gaffeln stehen auch für die freie Reichsstadt (de facto Verbundbrief 1396)
c) oberes Rundholz beim Segel
d) Privatbrauerei in Köln gegründet 1908
gappe ov jappe
gähnen, das Maul (=jabbeck) aufreißen
s. auch Platzjabbeck
gatz ov jatz ov better
bitter
Gedöns
Getue, Lärm
Geschräppels
Kleinkram
Gick ov Jick (beide Schreibweisen möglich, gesprochen: "Jick")
a) einachsiger Anhänger, kippt nach vorn oder hinten bzw. die Deichsel schlägt (fällt) nach oben oder unten.
b) umfallen, scheitern sterben; Die Redensart: „Jetz noch ene Schnaps, dann schlage ich de Gick“ bedeutet umfallen, auch scheitern oder sterben.
giffele ov gieffele
lachen
glich ov baal
gleich oder bald, jedoch nicht im Sinne von sofort, eher später oder
„küss de hück nit, küss de morje“
glöcksillig
glückselig, "Glöcksillig Neujohr! Göv Godd, et wör wohr" (Glückselig Neujahr, gebe Gott, es wäre wahr")
Godachte ov Zeugnis
Gutachten "För genog Nüsele kann mer sich e Godachte kaufe" s. auch Klüngel

H

Halfe ov Halfer
Gutspächter, bewirtschaftet einen Gutshof, für sich und den Gutsherrn bleibt jeweils der halbe Ertrag. Carl Cramer textet bei Jan und Griet: "Ich well nen däft'ge Halfer han met Öhß un Köh un Pääd."
Hämmche
Hinterkeule gekocht wie Eisbein, jedoch aus dem Oberschenkel, vergleiche auch Englisch "ham". Typisches Winteressen wird meist mit Sauerkraut und Kartoffelpüree serviert.
Hanak
Halunke, Schelm
Hasebrüdche
zurückgebrachtes nicht gegessenes Butterbrot
Heinzemännche (ggf. ohne n und l)
a) kleine gute Hausgeister, Wasserknechte
b) böser Kobold (Schimpfwort) vgl. Gedicht der Heinzelmännchen zu Köln von August Kopich
Herring (ov "Volksforell)
Hering oder auch die "Volksforelle" in den Varianten: frisch (grün) zum Braten s. auch Brathering, Salzhering (eingelegt) oder geräuchert. Wichtiges Nahrungsmittel im Mittelalter (Fastenspeise) und Handelsgut für den Kölner Stapel (mittelalterliche Zollverfügung).
Himmel un Ääd
Gebratene Blutwurst mit Kartoffelpüree und Apfelmus. Für arme Leute schmeckte es wie der Himmel auf Erden, im Himmel wachsen die Äpfel und in der Erde die Kartoffeln.
höösch
a) leise, still
b) behutsam, vorsichtig, auch langsam
huddele
schnell und nachlässig, nicht ordentlich arbeiten, hudeln
Lumpen, Lappen (feuchtes Tuch für alten Backofen)
Huddelskrom, Huddelei ov Huddelasarbeit
vergl. „Kölsche Wisch“
huffäädig
eitel, gefallsüchtig, besorgt um eigene Schönheit
hügg ov hüggzedags (hückzodachs)
heute oder heutzutage
Huh Hääre, huh Diere
Hohe Herren, einflußreiche Personen
Ratshut 38 cm hoch, Amtkleidung läßt Menschen größer erscheinen
Huzigg
Hochzeit, von Hohe Zeit = kirchliche Hochfeste

I

Ies
Eis, "E paar Grosche för Ies" sang M.L.Nikuta. Heute reichen die Cent nicht mehr!
Ieshellige
Eisheilige, Mamertus, Pankratius, servatius, Bonifatius und die kalte Sophie (11. bis 15. Mai), Ursprünglich auf den alten Julianischen Kalender bezogen waren die Eisheiligen gut eine Woche früher, erst danach war der Boden frei von Frost. Heute genießen wir den Klimawandel :-(
Imi (Imitierter)
Imitierender, Zugezogener

J

Jeses vo Jesses ov Jeses Marja Josep ov Jesesmarjosef
Jesus! - als Ausruf des Erstaunens, auch Jesus Marie Josef (veraltet)
Jot ov Godd ov Götte
Patin, Taufzeugin
Juv ov Fimm
Ohrfeige

K

Kaarehungk
Zughund, bis noch ca. 1950 wurden Hunde vor oder in einen Karren gespannt, arme Leute konnten sich kein Pferd leisten. (vgl. karrig)
Kääzemöhn
Kerzenverkäuferinnen (arme alte Frauen an der Kirche, waren vorher oft Dirnen)
Kabüffje
kleiner Verschlag, Abstellkämmerchen
Kadangs
Angst, Respekt
Kalverei
Tollerei, albernes Benehmen, Kalberei
Kamell
a) Karamelle, Zuckerstück (gebrannter Zucker)
b) das Verb „kamelle“ bedeutet „etwas sagen“, vgl. die Redensart: „Wat häs do zo kamelle“?
Kamesol
Jacke, heute oft negativ für eine (ggf. alte) oder auffällige Jacke
Kanapee
Sofa, mehrsitziges Sitzmöbel
nicht: Canapé = französisch Häppchen
Kappes (ov Kühl)
a) Kohl insbesondere Weißkohl, soore ov suure Kappes Sauerkraut, Kappesboor = Gemüsebauer
b) Kopf
c) dummes Gerede
Karessant
Liebhaber, Kavalier s. auch karesseere
karesseere ov karessiere (aus ital. und frz.)
umschmeicheln, streicheln, liebkosen, karessieren
um ein Mädchen freien, den Hof machen
Karmenat
Kotelett, auch Karbonade, ursprünglich aus dem Italienischen "carbonata" auf Kohle gegrilltes Fleisch
karrig
geizig
Kasalla vun Casala
Schläge, Haue. Bis in die 70er Jahre gab es in Schulen oft eine Prügelstrafe. Kopfüber hing man übers Lehrerpult und las das Firmenschild "Casala" vom Schulmöbelhersteller Carl Sasse Lauenau unterm Stuhl, während der Lehrer mit dem Zeigestock die Hebelgesetze anwendete. Eine gesunde Vorsichtsmaßnahme war die zu meiner Schulzeit moderne Lederhose.
Kaschemm ov Kaschämm
Kaschemme, eher abwertend für Kneipe
Kaschöttche
Arrestzelle, Gefängnis
Käu
Unsinn, dummes Geschwätz
Katzepuckel
Kölscher Name für Fußgängerbrücke am Mühlheimer Hafen
Klävbotz
wörtlich Klebhose, jemand, der an der Theke oder beim Feiern bis zum Schluss bleibt. Als Klävbotze bezeichnet sich auch ein kleiner und erfolgreicher Laufverein.
Klatschkis - Fleutekis
Quark – Quarkkäse
Klüngel auch Kölner Klüngel
Knäuel, (von dem alten Wort: klungelin) geheime Machenschaft - Vetternwirtschaft, Positiv umformuliert: Nutzen von kurzen Dienstwegen zum Wohl der Allgemeinheit. Häufiger negativ, e. g. im Sinne von Postenvergaben, die zu Lasten der Allgemeinheit (Steuerzahler) gehen. Die Sprachanekdote aus dem Französischen "clin d`oeuil" also Augenzwinkern wird häufig erzählt, ist aber sprachlich falsch. In der kommunalen Politik und Verwaltung ist der Kölner Klüngel fest verankert. Erstmals wurde der Begriff Klüngel 1837 erwähnt.
Klut
a) ursprünglich einfacher Hafenarbeiter mit schwarzem Klutenhut und Halstuch
b) rücksichtsloser Mensch
Klütte
Briketts (gepresste Braunkohle), einmal in der Woche kam bis in die 1990er der "Klüttemann" oder "Klütteboor". Brikettöfen sind seit 2021 nicht mehr erlaubt.
Knollendorf
fiktiver ländlicher Vorort von Köln im Hänneschen Theater, auch Verballhornung von Köln. Bewohner Johannes Knoll (Hänneschen), abgeleitet von "Knoll" = Knolle, Rübe
kodd
a) böse, schlimm
b) schlecht im Sinne von krank (eiternd)
Kölsche vs KölnerIn
Kölnerin, Kölner; das Wort Kölsche meint auch die Kölner Lebensart, die rheinische Mentalität. Somit kann der Kölsche auch ein Imi sein, während das deutsche Wort Kölner viel stärker auf den Geburtsort fokussiert. So gibt es Kölner, die in Bayern leben und "Kölsche", die im Umland geboren sind.
Kölsch
a) obergäriges blankes helles Vollbier aus Köln
b) lokaler Dialekt im Großraum Köln
c) Leinenstoff mit blauen Streifen (gewirkt) - veraltet
Kölscher Kaviar
Blutwurst oder Flönz, enthäutet und klein geschnitten angerichtet mit Zwiebeln, Röggelchen und Gewürzgurke. Senf "Moster" darf nicht fehlen.
Kölsche Wisch
Kölscher Wisch
= schnelles Putzen - gut nass machen (mangelhafte Reinigung)
vergl. „huddele“
kötte ov Kötte gonn
betteln, sammeln von Tür zu Tür, stark bitten
„Köttebüx“ = Sammelbüchse
Korfherring
Korbhering, junge Heringe kamen nicht in die Salzfässer, da sie zu empfindlich für die Salzkonzentration waren. In einem Korb aus Lindenbast wurden sie leicht gesalzen und getrocknet, damit waren sie begrenzt haltbar. Korbheringe waren die Vorläufer des holländischen Matjes.
Krad
a) Kröte
b) ungehobelter Mensch, Flegel
Krätzche
kleiner Kratzer, Schrämmchen, lustiger Streich bzw. Erzählung eines Streichs oft als Gesangvortrag mit rheinischem Humor
Kraneberger
Leitungswasser, "Wasser vum Kran" Kran ov Krane = Wasserhahn, Hebegerät, Zapfhahn. Das Heberät ähnelte ursprünglich einem Kranich.
Kreßdaach ov Chressdag, Chressnach ov Weihnachte
Weihnachten ursprünglich kirchliches Fest, ab Mitte des 19. Jahrhunderts Familienfest zur Geburt Christi
kriesche
weinen
„Mädche dürfe kriesche Indianer dürfe dat nit“ von Bläck Fööss (aus Refrain 1987)
Krohl
Krähe
„Et es esu wärm, dat de Krohle jappe“
Kuletschbier (eigentlich Knuppbier oder Kölnisches Knupp)
Lakritzbier
umgangssprachlich für ein Malzbier dessen Farbe an Lakritz erinnert. Das Knuppbier war ein untergäriges, braunes und teures Starkbier. Die Knupp war die Würze eine Kräutermischung. Es war bis zum ersten Weltkrieg erhältlich und wurde hinter der Stadtgrenze ausgeschenkt. Der Rat hatte das Brauen von Knuppbier wegen der dadurch entstehenden „Knupperreien“ (Raufereien) verboten.
Kuletschhot
a) schwarzer Helm der preußischen Schutzmänner
b) übertragen Polizist (veraltet)
Kuschteie
Kastanien, "... wo it Kuschteie briet" aus Jan un Griet von Karl Cramer (Esskastanien)

L

Labbes
langer pubertärer Junge, flegelhafter Junge; "Labbese" auch Name einer erfolgreichen Band aus Bergisch Gladbach
Laberdan
a) gesalzener Kabeljau (niederländisches Wort), wird heute in Senfsoße serviert
b) scherzhaft für den Helm der Infanterie der Roten Funken
Lällbeck
Grünschnabel, vorlauter junger Flegel
Lamäng, auch us dr Lamäng
Stegreif
Lappekess ov Bedd
Bett
Lappörche
Zusatzverdienst nach Feierabend, oft unversteuert
ursprünglich Lederstück zum Flicken von Schuhen
Lavumm
a) Tamborin (flache Handtrommel mit Schellchen)
b) Gesäß, Hintern
letsche ov litsche
ausrutschen, Eisbahn schlagen. Auch "Letschred" oder "Letschleed" im Karneval
levve un Levve
leben und Leben
(levve un levve looße)
Limenör
Limburger Käse mit Schwarzbrot eine gute Kombination zum Kölsch, Der Stinkkäse ist heute im Brauhaus eher selten zu finden.
Livverling
Lerche (Vogel)
Löhrgass
a) Löhrgasse bis 1875 heute Aggrippastraße, hier lebten Lohgerber, einfache Handwerker
b) durch den schlechten Ruf der Straße im Volksmund: Synonym für schlechtes Benehmen
Lotterbov
Lausbube, Schelm, Schlingel, zu Streichen aufgelegter Junge, leichtfertiger Taugenichts
Lück
Leute
Luuschhohn, Luuschhöhnche
a) Schilfvogel
b) heimlich lauschender eigennütziger Mensch
Luhstock
glühende Eichenrinde im Eisenkorb
gepresste Gerberlohe (gemahlene und verarbeitete Eichenrinde für die Lederherstellung), diente zum Anzünden des Ofens. Vor dem Brauhaus glimmte oft ein Luhstock in einem Eisenkorb, dieser diente zum Anzünden der Pfeifen.
luuter
immer, stets, lauter
Lut ov Lot
a) Blei
b) Bleilot
c) Alte Gewichtseinheit (ca. 12 Gramm)

M

Maat ov Alder Maat
Markt, Marktplatz >> "Alder Markt" = Alter Markt bildete ursprünglich (mercatus coloniae) mit dem heutigen Heumarkt eine Einheit. Abspaltung ab dem 13. Jahrhundert in forum feni (Heumarkt ) für den südlichen Teil. Hier entstand 1904 die Großmarkthalle am Sassenhof (heute Maritim Hotel). Damit endete das Markttreiben nach fast 1000 Jahren, heute beschränkt es sich seit 1972 auf den Weihnachtsmarkt.
Määl ov Schwatz-Määl ov Mäl
Amsel, Schwarzdrossel (Singvogel, Männchen scharz und Weibchen dunkelbraun). Abgeleitet vom lateinischen "Turdus Merula" wird der Vogel auch Merle geannt.
Maiblom
Flieder
maggele
handeln, Maggelei = Schwarzhandel
malad
krank, aus Alt-frz mal adapte, urspr. lat. male
Malörche
Unfall, auch uneheliches Kind
mallich
jeder
Mang, Korv
Korb
mangs
a) weich, weich gekocht, gut durchgeknetet
b) zart anfühlend
Maria Sief
Maria Heimsuchung 2. Juli (Maria ging nohm Kusin Els dat och en Hoffnung wor) "Rähnt et op Maria Sief, rähnt et veezig dag stiev" Sief = feucht (auch Siebenschläfer)
mau
mittelmäßig, wenig, schlecht
Mau
Ärmel, Unterarm Maue han ov en de Maue han = starke Arme haben, stark sein
Melote (ov Malote) (ursprünglich lateinisch)
Ortsbezeichnung "zu den Maladen" (Aussätzigen, Kranken), medizinisch: male habitus = schlechte Erscheinung, erst später wurde daraus im franz. malade = krank. entlehnt aus Alt-französisch, dann lateinisch: male
minge (m), ming (f), mi ov mieh (n)
mein (m), meine (f), mein (n) Beispill: minge Jung (m), ming Jack (f), mieh Mädche (n)
Momang (aus frz.)
Moment, Augenblick
Moleste (auch Maleste)
Schwierigkeiten, Beschwerden
Möhn
a) ältere Frau
Möhnetrus = Kaffee
b) verkleidete Frau im Karneval
Möhne
a) ältere Frau mit Kopfbedeckung (verheiratet)
b) ältere Frau verkleidet im Karneval
Mömmes
Popel, eingetrocknetes Nasensekret
Mömmesfresser
Geizhals, wörtlich: jemand, der sein getrocknetes Nasensekret isst
Möpp
kleiner Hund (Mops), oft "fiese Möpp" = unangenehmer Mann
Mösch
a) Spatz bzw. Sperling („Der Spatz vom Wallrafplatz“ - WDR-Sendung)
b) wertlos: Möschedreck, Möscheköttel, abfällig für äußeres weibliches Geschlechtsorgan
c) „en verkaalte Mösch“ = eine Frostbeule
d) Maria T. Mösch, die resolute Staatsanwältin gen. „Bloody Mary“
Mont Klamott
Herkulesberg, höchster Trümmerberg 25 m (72 m ü.NN)
Mostert
Senf
Muckefuck
Kaffeeersatz aus Chicoreewurzel ohne Koffein, gab es bei meiner Oma auch für Kinder. Die französische Bezeichnung "mocca faux" also falscher Mocca passt gut, ist aber sprachwissenschaftlich falsch. "Mucke" ist das Innere eines morschen Baumes, und "fuck" bedeutet faul.
muggelig
a) behaglich, mollig, weich
b) rundlich
Muhre ov Karott
Möhre, Mohrübe auch Karotte (altes Wurzelgemüse mit Ursprungsfarbe weiß)
müngchesmoß
mundgerecht
genau zurechtgemacht
Muusfall ov Dombröck
Mausefalle war der Spitzname für die Dombrücke wegen der Gitterkastenkonstruktion. Die "Muusfall" von 1895 war die erste feste Rheinbrücke zwischen Köln und Deutz seit der Römerzeit.

N

Naachsüül (gesprochen mit k)
Nachteule, Nachtschwärmer, nachtaktiver Mensch
Nubbel (auch Peijass oder Zacheies)
Strohpuppe, wurde im Kölner Land nach der Kirmes verbrannt. Im Karneval wird der Nubbel als Sündenbock am Karnevalsdienstag mit Trauerzug und -rede den Flammen übergeben. Der Name Nubbel entstand erst 1950 auf einer Kirmesfeier in der Südstadt.
Nümmes
Niemand
Nöttelefönes
Nörgler, Querulant, Meckerer
Nüsele
Kleingeld, Geld
„einer hät nüsele“ = jemand hat sehr viel (Klein-) Geld

O

Öllig (ov Öllich) ov Zwibbel
Zwiebeln
öm, öm sin
um, etwa, ungefähr
öm sin = vorbei, verdorben, todmüde, betrunken, zu nichts mehr zu gebrauchen
Ommer, plural Ömmere
Murmel, ursprünglich Tonkugel, später große Glasmurmel mit Glasfluss im Innern, auch Eisenkugeln zum Klickern. "Ömmer spille": Klickern oder Murmeln mit gekrümmten Fingern in ein Grübchen schieben, der Gewinner erhält die Murmel. Die Entfernung zum Grübchen wurde mit einem Fingerstrich im Erdreich gemacht. Das Spiel wurde noch bis in die 1980er Jahre gespielt. Eine Onlineversion existiert m. W. nicht.
ömesöns
umsonst
op jöck
unterwegs / auf Tour sein
ov
oder
ovschüns
obwohl
Ovvenspief
Ofenrohr
Ovverstüvvje ov Heens
Gehirn, im Extremfall "besenrein"

P

Paaf
Pfaffe, abwertende Bezeichnung für einen Geistlichen, Kritik bezieht sich auf das verhältnismäßige hohe Einkommen und das teilweise geringe seelsorgerische Engagement.
Packaan
a) Topflappen
b) Mensch, der anpacken kann
Pänz
Kind, früher häufig negativ "verdammte Pänz", in den geburtenstarken Jahrgängen waren es viele Kinder, die auch schon mal Streiche spielten. Lateinisch "pantex" heißt der Bauch.
Paraplü (aus frz. Parapluie)
Regenschirm (wörtlich gegen Regen decken)
Pääd luur och ens Surbrode
Pferd
Päädswäg
Pferdeweg
langer und anstrengender Weg
Papp
Papa (gehürt och bei der Mamm)
Pattevugel
a) Windvogel oder Papierdrachen (von Papp), Pappe wird aus geklebten Papierlagen hergestellt
b) Frau, die mit bunten Bandschleifen ihre Kleidung schmückt (wie der Schwanz eines Papierdrachens)
Peffer
Pfeffer; "Muys gevv Peffer, dun jet Peffer dran, dr Saal es ze ruhig" Horst Muys wurde als Büttenredner auf der Herrensitzung oft angestachelt noch derber zu reden.
Penn
langer dünner Stift, Nagel (och Nähl), "Penncher kloppe". "Dä kölsche Boor en Iser" war eine 3,50 m hohe Nagelplastik aus Lindenholz, zugunsten der Kriegswaisen des 1. Weltkrieges wurde durch "nageln" gespendet - heute Stadtmuseum. Auch für den Gürzenich wurden 1950 "Penn gegen Spenden jeklopp."
Pief
Pfeife
piel
steil, Pielhau = Spitzhacke, piel op = steil auf
Pimock
a) ortsfremde Menschen, oft Saisonarbeiter aus dem Osten für die Korn- oder Rübenernte. (Herkunft ist unbekannt, Erdarbeiter aus dem Piemont waren es eher nicht)
b) Schimpfwort für erbärmlicher Mensch oder für preußische Bürokraten
Pittermännchen
a) kleines Kölschfässchen (ca. 10 bis ca. 12 Liter, da ursprünglich Holzfass), tragbares Gebinde für das Fest von Peter und Paul am 29. Juni (Namenstagsausflug).
b) Koseform für Peter
Plagge
a) Lappen, Wischtuch, abgetragenes Kleidungsstück
b) Plagge einschlage = bestürzt sein
c) Fahne (verballhornt)
Pläsier
Freude, Vergnügen
Platzjabbeck
Holzkopf aus dem MA unter der Uhr des Rathausturms, frz. "le bec" = der Schnabel, kölsch "jappen" = gähnen, beim Stundenschlag klappt das Maul auf, eventuell Symbol für die Bürgerfreiheit, Symbol nicht zu gierig zu sein (Sage von Karl dem Großen bei der Reichsaufteilung an seine Söhne). Die Zunge streckt er erst seit 1913 raus, damit der Mund besser gesehen wurde. Nachkriegs-Replik.
Plüschprumm ov Peesch
Pfirsich, wörtlich: pelzige Pflaume
Plümmo, Plumeau
Federdecke, Plumeau
plümerant
flau, schindelig
Pötz ov Pütz
Brunnen, aus dem lateinischen "puteus"
Pomeranz
a) Bitterorange (Öl für Eau de Cologne, Schalen für Melissengeist, Marmelade)
b) einfaches Mädchen vom Land oft mit roten Bäckchen wie die Bitterorange
Poosch ov Pooschdag
Ostern, "Spez op Spez un Aasch op Aasch" Spruch beim Eierkippen, dabei werden zwei Ostereier mit der Spitze oder dem Hinterteil aneinandergestoßen, Gewinner ist der, dessen Ei unbeschädigt bleibt.
Pooz
Tür, Tor, Pforte (lat. porta), pööze = ständig Tür auf- und zumachen
Der Stadtteil Porz kommt von Tor (lat. porta) oder Hafen (lat. portus)
poussiere ov pusseere (aus frz.)
anbandeln, liebkosen
Prumm
a) Pflaume auch für Zwetschge; Prummetaat ist im Rheinland Zwetschgenkuchen
b) Vagina
c) „Prumme - gebacke!“ = von wegen
Prummettaat ov Quetschetaat
Zwetschgenkuchen, auch Pflaumenkuchen (aus Zwetschgen)
s. auch Quetsch
puddelrüh
pudelnackt, splitternackt
Puute
Kinder (veraltet), Quallmann, Pellkartoffel

Q

Quallmann
Pellkartoffel
Quetsch
a) Zwetschge
b) Akkordeon
c) Presse

R

Rabau
a) Rabauke, Rüpel
b) Apfelsorte (haltbare grobschalige Reinette).
c) die vier (später drei) Rabaue - frühere Straßenmusiker
zu c): Die "Drei Rabaue" (urspr. vier) verbreiteten viel Lebensfreude. Zum Schluss zog Wilhelm Eichmeier "Kill" allein durch die Südstadt. Sein Bruder konnte seinen abgekürzten Vornamen nicht aussprechen, so entstand der Spitzname "Kill".
Radau
Lärm, Krach (Radaubroder)
Rähn
Regen, "Wann et nit rähnt, dann dröppt et" ov " Jetz han mer de Rähn". Regen ist Allergiker freundliches Wetter.
Räsong
Vernunft, "ene zo Räsong brenge"
rammdösig
verrückt
Reuz auch Räuz
Rutenkorb, Rückentragekorb, das kölsche Verb "reuze" bedeutet schultern
Rhing ov Vater Rhein
Rhein (Fluss), Vater Rhein (Rhenus Pater), Personifiziert als Flussgott Neptun oder "Rhenus bicornis"
Rhinghalfer
Treidler, Rheinhalfen
Schiffe wurden stromaufwärts mit Pferden oder Muskelkraft gezogen, die Arbeit machten Treidler oder auch Rheinhalfen mit Zipfelmützen auf dem linksrheinischen Leinpfad.
Rhingroller
Tagelöhner zum Entladen von Schiffen auf dem Rhein, einfacher Hafenarbeiter. Wörtlich: Rheinroller
Rievkoche
Reibekuchen
Röggel
Roggenmischbrot auch Graubrot (Sauerteig mit Milchsäurebakterien und Hefen), ein Röggelchen ist ein kleiner Röggel also ein kleines Roggenmischbrot bzw. kleines Graubrot und kein Roggenbrötchen wie oft irrtümlich bezeichnet. Ein Röggel hat meist 90 % Roggenanteil, ein Roggenmischbrot 50 % Quelle: Deutsches Lebensmittelbuch. Fragen Sie notfalls einen richtigen Bäcker.
Röggelchen
als Roggenbrötchen mit ca. 20 % Roggenmehl
ursprünglich mit Roggenmehl und Sauerteig getrecktes Brötchen, um teures Weizenmehl zu sparen. Bezeichnung ist gesetzlich nicht korrekt, benötigt mind. 50 % Roggenanteil (s. auch Röggel).
rösig
wild, wütend, geil, wollüstig, rasend
Rubbedidupp
im Nu, Reitergruß, auch Schlachtruf der Ehrengarde
Rutt ov Rüttche
a) Gartenraute oder Weinraute
b) Rautenglas, Fensterscheibe oder Gasscheibe
c) Schiebefenster = Rüttche

S

schääl
a) schielen, fehlsichig
b) krumm, falsch
Schabrack
alte Stute, alte Frau
Schäselong
Schaiselong, langer Stuhl, Armlehnstuhl
aus den frz. chaise long
schangeln
fuchsen
altes Geschicklichkeitsspiel mit Münzen
Schapo
Hut (veraltet) vergleiche auch "Chapeau" für Hut ab.
Schavu
Savoyer Kohl (chou de Savoie), Wirsing
Schavöttche
komisches, drolliges Hütchen, auch "Schapo" für Hut, vergleiche franz. "Chapeau" für Hut ab (Anerkennung)
schings
scheinbar, anscheinend
Schless
Heißhunger
schlih
a) herb-säuerlich
b) stumpf i. S. von „schlih Zäng han“ (nach Genuss von Schlehen oder Ananas belegte Zähne)
Schlot
Salat, Sammelbegriff für alle essbaren Blattpflanzen. "Auch Ädäppel-, Herrings- un Bunneschlot".
Schmier ov Schmeer
Polizei
Schmier = von schimro (jiddisch = Wache), Begriff wurde in die Gaunersprache (rotwelsch) übernommen
Schmecklecker
a) Genießer, Feinschmecker
b) Schürzenjäger
Schmölzche
Gruppe, Verein
Schnüss bzw. schnüss schwaade
Schnauze, Mund bzw. tratschen, lange unterhalten, Schnüsse Tring = Karnevalsgesellschaft benannt nach vorlauten Dienstmagd/Köchin Katharina aus dem 19. Jahrhundert
Schorittefäger
Schornsteinfeger
Schottel ov Kump
Schüssel
Schötzeneere
Schwarzwurzeln auch Winterspargel genannt. In Salzwasser gekocht werden die Gemüsestangen mit Milch und saure Sahne angemacht. Der kölsche Name leitet sich vom spanischen "Scorzonera" ab, von hier wurde das Gemüse vor etwa 400 Jahren eingeführt.
Schrom ov schroom pl. Schröm
Schramme, Strich, meist Striche auf Bierdeckel für Anzahl getrunkene Kölsch
Schruppsüffer
jemand der auf andere Kosten trinkt
Schwaadlappe
Vielredner
schwadroneere
angeben, prahlerisch reden, vergleiche auch Schwadron: als Reiter mit dem Säbel rasseln
Seckom ov Ameis
Ameise
Sibbeschröm
Kartenspiel, eine römische Sieben (VII) wird dabei bei verlorenem Spiel abgestrichen
Sigg
Seite
simeleere
nachdenken, s.a. spinteseere
söke
suchen
Söster ov Schwester
Schwester
spingkse
heimlich beobachten
Spezerei ov Spezerey
Gewürz
spintiseere ov spintisiere
nachdenken (sinnen und spinnen)
Spruut ov Sprüütche ov Poppeschavu selde Poppeköchekäppesche
Rosenkohl, Puppenwirsing selten Puppenküchenköhlchen
staats
schön, prächtig, stattlich
„sich staats maache“ = in Schale werfen
„ne staatse Kääl“ = ein schöner Mann
Stätz
Schwanz, Schweif, "Mer treffe uns ungerm Stätz" > gemeint ist der Schweif von Reiterdenkmal auf dem Heumarkt, der ein beliebter Treffpunkt für Verliebte war.
steekum
heimlich, stiekum
stivvele
a) stapeln, ordnen, herrichten (Briketts od. Spülmaschine)
b) mit schweren Schritten gehen, stiefeln
Strunzbüggel
Angeber
Suurampel ov Soorampel
Sauerampfer (roh essbar oder als Suppe)
Suurbrode ov Kölsche Suurbrode
Sauerbraten vom Pferd, zähes Pferdefleisch (altes Kutscherpferd) wird mehrtägig eingelegt (gebeizt) und damit haltbarer und weicher gemacht. Rosinen sind ein Muss, ggf. Printen. Heute oft Rheinischer Sauerbraten vom Rind.
suure Hungk
Saurer Wein (wörtlich saurer Hund). Im 19. Jahrhundert war der Wein in Köln durch ein rauheres Klima und einer beschränkten Logistik oft sauer.
suure Kappes ov soore Kappes
Sauerkraut

T

Taatebär och Danzbär
schwerfälliger Mensch, abgeleitet vom Tanzbär (dicker dressierter Braunbär der bis Anfang des 20. Jahrhunderts auf öffentlichen Plätzen tanzte > Tierquälerei)
Tapet oder Tapeet
Tapete (aus Papier), ursprünglich wurden Teppiche als Wandbehang verwendet. Die Redensart: „Dat kütt op de Tapeet ov op et Tappet brenge“ heißt zur Sprache bringen, bei Ratszimmern oder Gerichten waren die Verhandlungstische oft mit grünem Papier bezogen, daher auch die Redewendung am grünen Tisch.

Wat morjens passeet, kütt ovends op et Tapeet, Tagesgeschehen wurde früher auf der Bühne gebracht „Em Hänneschen“, da es früher keine Zeitungen gab.
tirek
direkt
tirektemang
sofort, unmittelbar
tirre gonn
abhauen, weglaufen
Trottoir
Bürgersteig
Tünnes un Schäl
Fiktive Figuren aus dem Hänneschen Theater, die die kölsche Mentalität spiegeln, einerseits Tünnes (Anton) als einfacher gutmütiger humorvoller Kohlbauer, andererseits Schäl (Schielender) als schlitzohriger Geschäftsmann.

Tünnes wurde von J.C. Winters erfunden, ggf. Ableitung von „De Neus“, eine ältere ähnliche Puppe, die Winters in Flandern gesehen hatte. Der 40 Jahre jüngere Schäl ist vermutlich eine Parodie auf den Konkurenten F. A. Millewitsch (später Millowitsch), der damals auf der Schäl Sick ohne Konzession während der Öffnung der Pontonbrücke (deutzer Schiffsbrücke) spielte.
Tütenüggel
Blödmann, Lutscher, nüggele = nuckeln (Babys)
Schimpfwort für die französischen Soldaten, die mit übertriebener Verbeugung mit dem Kopf in Richtung weiblicher Brust landeten, um daran zu nuckeln.

U

Ühm ov Ohm
Onkel von Oheim
uze (lang gesprochen)
scherzen, necken, foppen

V

verdötsch
verwirrt
verschnupp
a) verwöhnt, wählerisch
b) naschhaft
c) verschnupft
Verzällche
kleine Geschichte, nette Erzählung, Anekdötche, Schwätzchen

W

Weech
Mädchen
Wichsdos
Schuhcremedose, Wichsdöschensverkäufer = Schimpfwort bedeutet armer Hausierer
wigger
weiter
wupp ov wupptisch
schnelle Bewegung, schnell

X

Xanthipp (aus altgr.)
Xanthippe, streitsüchtige Dame. Ursprünglich das zänkische Weib von Sokrates.

Z

Zackerment! ov Zackerlot! ov Zapperlot!
a) Sakrament
b) besonders Sackerlot! (Fluchwort oder Ausruf des Erstaunens); Lot oder Lut kommt vom Bleigewicht.
Zappes
a) Schankraum, oft im Eingangsbereich einer Brauerei oder Wirtschaft
b) Zapfbursche, Zapfer, heute auch Zapferin (scherzhaft: „Zappesine“)
Zennober
Zinnober
a) rötliches Mineral (Cinnabarit) gilt als unvollkommen
b) wertlos, unnötiger Aufwand (Aufbereitung von Runensteinen aus Zinnober war sehr aufwendig)
zick
seit
Zigaar ov Bängchenszigaar
Zigarre, teure Zigarre mit Banderole (früher für Angeber)
Zigg
Zeit
Zint ov Zinter (aus lat.)
Sankt (heilig oder Heiliger) vor Namen oder Kirchen e. g. "Zinter Kloos (klöös) ov Zint Andreas"
Zizies ov Zizieslätzsche (auch Brodwoosch)
Bratwurst, mit einem Holzstück zusammengehalten und dünn aufgerollt.